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Rückenansischt einer übegewichtigen Jugendlichen

Studie: Low Fat besser als Low Carb

Führen der Verzicht auf Kohlehydrate oder jener auf fettes Essen schneller zum Diäterfolg? Eine Diskussion, die nicht nur Ernährungsberater beschäftigt. Eine aktuelle Studie aus den USA liefert nun neue Erkenntnisse: Beide Methoden funktionieren, doch wer die Fettzufuhr reduziert, verliert tatsächlich mehr Körperfett.

Medizin 14.08.2015

Wer abnehmen möchte, kann aus einer Unzahl von Diätvorschlägen auswählen. Die meisten lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: "Low Fat", also wenig Fett zu essen, und "Low Carb", also auf Kohlehydrate wie Nudeln, Kartoffeln und Brot zu verzichten. Darüber, welche der beiden Methoden effizienter ist, sind sich Wissenschaftler weltweit uneins.

Rund um die Uhr überwacht

Ein Forscherteam der "National Institutes of Health" in den USA ist des Rätsels Lösung nach eigenen Angaben nun einen Schritt näher gekommen: In ihrer Studie wurden beide Methoden bei 19 Probanden getestet. Eine kleine Anzahl, aber - so betont der Studienleiter Kevin Hall - die übergewichtigen Teilnehmer wurden rund um die Uhr überwacht. In anderen Diätstudien sei das bis dato nicht der Fall gewesen, heißt es in einer Presseaussendung.

Die Studie:

"Calorie for Calorie, Dietary Fat Restriction Results in More Body Fat Loss than Carbohydrate Restriction in People with Obesity" von Kevin Hall und Kollegen ist am 13. August 2015 in "Cell Metabolism" erschienen.

Ö1-Sendungshinweis:

Darüber berichtete auch Wissen aktuell am 14.8. um 13:55.

Die Untersuchung erfolgte in zwei Phasen: Jeweils eine Woche lang wurde die tägliche Energiezufuhr auf knapp 1.900 Kalorien verringert - einmal wurden die Kohlenhydrate reduziert, beim anderen Mal gab es weniger Fett. Währenddessen wurden alle Aktivitäten, sowie die Sauerstoffaufnahme und die Kohlendioxid- bzw. Stickstoffausscheidung genau protokolliert. Gewicht und Körperfettanteil wurden natürlich auch gemessen.

Fettabbau wichtiger als Gewichtsverlust

Die Ergebnisse liegen nah beieinander: Nach den Tagen, in denen auf Kartoffeln, Brot und Co. verzichtet wurde, hatten die Probanden durchschnittlich 1,85 Kilogramm abgenommen, davon waren aber nur 245 Gramm tatsächlich Körperfett. Nach den fettarmen Tagen wogen die Teilnehmer im Schnitt nur 1,3 Kilogramm weniger, ihr Köperfettanteil hatte sich allerdings um 460 Gramm reduziert.

Wie ist das möglich? Bei einer kohlehydratarmen Diät verliere man eher Wasser, erläutern die Wissenschaftler. Insgesamt sei der Fettabbau aber das wichtige Ziel im Kampf gegen Übergewicht. Eine generelle Empfehlung wollen die Forscher aus den USA jedoch nicht abgeben, denn die beste Diät sei immer die, die man auch einhalten könne.

science.ORF.at

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