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Gletscher in Zentralasien, Kirgisistan

Gletscherschmelze bedroht Wasserversorgung

Weltweit schmelzen die Gletscher, betroffen sind auch die Eismassen in Zentralasien. Laut einer neuen Studie sind sie in den vergangenen 50 Jahren um ein Viertel geschrumpft. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte die Hälfte verschwunden sein. Der Region droht Wassermangel.

Zentralasien 18.08.2015

Der Tien Shan, die größte Gebirgskette Zentralasiens, versorgt Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und Teile Chinas mit Wasser. Weil dort je nach Saison gar keine Niederschläge fallen, ist die Abhängigkeit davon enorm.

Ein Forscherteam um Daniel Farinotti von der Schweizer Forschungsanstalt WSL und dem Deutschen Geoforschungszentrum hat nun erstmals die Gletscherentwicklung im Tien Shan umfassend rekonstruiert. "Dazu kombinierten wir satellitengestützte Messungen mit glaziologischer Modellierung", so Farinotti. "Wir konnten die Entwicklung jedes einzelnen Gletschers im Tien Shan nachvollziehen."

Die Studie:

"Substantial glacier mass loss in the Tien Shan over the past 50 years" von Daniel Farinotti und Kollegen ist am 17. 8. im Journal "Nature Geoscience" erschienen.

Zwei namenslose Gletscher im kirgisischen Teil des Tien Shan: die Nordhänge sind mit Eis bedeckt, die Südhänge komplett eisfrei.

Daniel Farinotti

Zwei namenslose Gletscher im kirgisischen Teil des Tien Shan: Die Nordhänge sind mit Eis bedeckt, die Südhänge komplett eisfrei.

Gletscherschwund beschleunigt sich

Die Gletscher verlieren demnach jährlich etwa fünf Gigatonnen Eis. Das Volumen der Eismassen hat sich in den vergangenen 50 Jahren um über ein Viertel verringert, die Fläche der Gletscher um fast 3.000 Quadratkilometer.

Der Gletscherschwund beschleunigte sich zwischen den 1970er und 1980er Jahren um das Dreifache. Die Studie zeigt auf, dass die wichtigste Ursache dafür der Anstieg der Temperatur ist, insbesondere der Sommertemperatur. Gletscher können Wasser über Jahrzehnte speichern und den Winterniederschlag im Sommer als Schmelzwasser freigeben.

Für Zentralasien sei dies bedeutsam, betonen die Forscher, denn die Wintermonate sind sehr trocken und die Berge sehr hoch. Somit erhalten die Gletscher den meisten Schneefall während des Sommers. Ein Anstieg der Temperatur verstärke die Schmelze und reduziere gleichzeitig die "Gletscherernährung", sagte Farinotti. "Beides unterstützt den Gletscherschwund."

science.ORF.at/APA/sda

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