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Ein Mensch auf einer Parkbank, alleine mir Regenschirm.

Single und glücklich – kein Widerspruch

Einsam und unglücklich. Das wird Singles oftmals unterstellt. Doch nicht jeder Mensch braucht für sein Glück einen Partner. Für manche können Beziehungen sogar äußerst stressig sein, wie eine neue Studie nun zeigt.

Psychologie 21.08.2015

Immer mehr Menschen sind alleinstehend. Knapp ein Drittel aller Österreicher zwischen 18 und 69 waren es 2013, laut einer Umfrage der Online-Partnerbörse parship.at. Der Subtext solcher Umfrage: Die vermeintlich einsamen Menschen wünschen sich alle einen Partner. Ob Singles das nun wirklich tun, sei dahingestellt.

Die Studie:

Happily Single: The Link between Relationship Status and Wellbeing depends on Avoidance and Approach Social Goals von Yuthika Girme ist am 21. August in “Social Psychological and Personality Science” erschienen.

Laut einer Studie von Yutika Girme von der University of Auckland sind bestimmte Singles nämlich alleine genauso glücklich, als wenn sie in einer Beziehung lebten. Befragt wurden ungefähr 4.000 Personen zwischen 18 und 94 Jahren, wobei ein Fünftel der Teilnehmer zum Zeitpunkt der Datenerhebung alleinstehend waren.

Vermeiden oder annähern

Girme stellte nun fest, dass zwei persönliche Einstellungen ausschlaggebend sind, ob ein Single glücklich ist oder nicht.

Auf der einen Seite gibt es Menschen, die versuchen in einer partnerschaftlichen Beziehung unter allen Umständen Unstimmigkeiten oder Konflikten aus dem Weg zu gehen. Diese Grundhaltung beschreibt die Forscherin als “Avoidance Social Goals“ (vermeidende soziale Ziele). Reibereien sind für diese Personen besonders anstrengend. Als Single müssen sie sich mit diesen zwischenmenschlichen Unannehmlichkeiten nicht auseinandersetzen und sind somit auch alleine sehr glücklich.

Andererseits gibt es wiederum Menschen, die mit den Höhen und Tiefen einer Beziehung leichter umgehen können. Für sie ist auch jeder Streit in der Beziehung ein Arbeiten an dieser. Sie haben sogenannte “Approach Social Goals“(annähernde soziale Ziele). Ein größeres Bedürfnis nach einer Beziehung ist bei dieser Gruppe nicht vorhanden. Nichtsdestotrotz fühlen sie sich mit einem Partner besser.

Andere Beziehungen

Menschen haben zwar ein grundsätzliches Bedürfnis nach Beziehungen, es muss jedoch nicht immer eine Liebespartnerschaft sein. Grime betont, dass das Single-Leben andere Bindungen verstärkt. So ist das Verhältnis zu Familie und Freunden oftmals besser und auch die eigenen Bedürfnisse und Interessen, wie beispielsweise die Karriere können gezielter verfolgt werden.

Claudia Chruszczyk, science.ORF.at

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