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Künstlerische Darstellung von Zellen/Mikroben

Das lebende Innere des Hausstaubs

Sie sind winzig klein, dennoch aber unsere häufigsten Mitbewohner: Mikroorganismen. Forscher haben nun geklärt, wovon ihre Zusammensetzung abhängt. Wichtig ist für sie nicht nur die geografische Lage, sondern auch das Vorhandensein von Haustieren - und das Geschlecht der Bewohner.

Mikrobiologie 26.08.2015

Die Studie:
"The ecology of microscopic life in houshold dust" von Albert Barberán und Kollegen ist am 26. August im "Proceedings B" erschienen (sobald online).

Immer mehr Menschen verbringen immer mehr Zeit in Gebäuden. Deswegen sei es wichtig, die mikrobiologischen Bedingungen in den Räumen besser zu verstehen, schreiben die Forscher um Albert Barberán von der University of Colorado. Im Rahmen des Projekts "Wild Life of Our Homes" sammelten sie Staub aus 1.200 Haushalten, die ein breites Spektrum an Klimazonen und Wohnverhältnissen abdeckten. Die Teilnehmer verbanden dabei Wissenschaftliches mit dem Nützlichen: Sie entstaubten ihre Türrahmenkanten innerhalb und außerhalb der Wohnung und stellten das Material den Forschern zur Verfügung.

Die Proben wurden auf Mikroorganismen analysiert und mit geografischen Faktoren wie Klima oder Bevölkerungsdichte abgeglichen. Daneben erfassten die Forscher Alter und Größe des Hauses, Zahl der Zimmer, den Bodenbelag und ob ein Keller vorhanden ist. Außerdem wurde auch die Anzahl der Bewohner, deren Geschlecht und Haustiere berücksichtig.

Vielfalt im Inneren größer

Herausgekommen ist, dass die Vielfalt an Bakterien und Pilzen in den Häusern und Wohnungen um 50 Prozent höher war als außerhalb. Die Pilzgemeinschaften in Häusern hängen maßgeblich von jenen ab, die im Freien leben. Daher kommen in Haushalten mit einem ähnlichen Klima auch ähnliche Pilzgemeinschaften vor.

Bei den Bakterien macht es hingegen keinen Unterschied, ob sie sich innerhalb oder außerhalb der Häuser befinden. Hier spielen vor allem die Bewohner in einem Haushalt eine maßgebliche Rolle. Außerdem beeinflussen auch Haustiere die im Staub vorhandenen Bakterien.

Unterschiede bei Mann und Frau

Ein weiterer Faktor war das Geschlecht der Menschen: In den Wohnungen mit mehr Frauen fanden die Forscher andere Bakterien als in jenen, in denen mehr Männer wohnten. Dass diese Bakterien auch gut sein können, zeigt beispielsweise der Lactobacillus. Er ist vorwiegend in Haushalten zu finden, wo vermehrt Frauen wohnen. Ihm wird nachgesagt, dass er eine schützende Wirkung gegen Allergien und Asthma hat.

Grundsätzlich gilt also: Wer die ihn umgebenden Pilzarten ändern möchte, sollte am besten in eine andere Klimazone ziehen. Sollen es andere Bakterien sein, müssen die Mitbewohner gewechselt werden.

science.ORF.at/APA/dpa

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