Standort: science.ORF.at / Meldung: "Satellit soll Gravitationswellen aufspüren"

Satellit "Lisa Pathfinder"

Satellit soll Gravitationswellen aufspüren

Zwei Monate vor dem Start ins All haben die Europäische Weltraumorganisation ESA und das Unternehmen Airbus Defence and Space (ADS) ihre neue Raumsonde vorgestellt. Der Name der Spurensucherin im All: "Lisa Pathfinder".

"Lisa Pathfinder" 01.09.2015

Der Wissenschaftssatellit soll unter anderem neue Erkenntnisse über schwarze Löcher, kompakte Doppelsterne und andere exotische Himmelskörper liefern.

Der ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Exploration, Alvaro Gimenez, sprach am Dienstag auf einem Testgelände in Ottobrunn bei München von einer "aufregenden Mission". Die Wissenschaftler wollen mit neuen Instrumenten und Technologien auch Gravitationswellen im Weltraum messbar machen. 

Diese Verzerrungen in der Raumzeitkrümmung seien zentral für das Verstehen des Universums, sagte Gimenez. "Es ist, als füge man einem Film den Ton hinzu." Bislang wurden Gravitationswellen, eine Konsequenz der Allgemeinen Relativitätstheorie, lediglich indirekt nachgewiesen. Ein direkter Nachweis steht noch aus.

430 Millionen Euro, ein Jahr Beobachtung

"Lisa Pathfinder" wird in den kommenden Tagen zu Europas Raumflughafen Kourou in Französisch-Guayana transportiert. Von dort soll der Satellit im November an Bord einer Vega-Trägerrakete ins All fliegen.

Planung, Bau und Test des Satelliten dauerten mehr als zehn Jahre, allein die ESA investierte rund 430 Millionen Euro in das Projekt. Hinzu kommen Ausgaben von Mitgliedsstaaten, Forschungseinrichtungen und den mehr als 40 beteiligten Unternehmen aus Europa und den USA. "Das ist wirklich ein europäisches Projekt", sagte der stellvertretende Vorsitzende von ADS, Michael Menking.

Der Satellit soll zunächst zwölf Monate lang auf seiner Umlaufbahn um einen Punkt in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung zur Erde bleiben, eine Verlängerung um ein halbes Jahr ist möglich. Anschließend will die ESA eine größere Mission zur Beobachtung von Gravitationswellen schaffen. "Wir hoffen, wir können sie bald nach Auswertung der Ergebnisse starten", sagte Gimenez.

science.ORF.at/dpa