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Regenwald

Abholzung weltweit deutlich verlangsamt

Die Abholzung der Wälder hat sich laut einem neuen UNO-Bericht in den vergangenen Jahren verlangsamt. Demnach verringerten sich die Waldflächen weltweit in den 90er Jahren um jährlich 0,18 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren betrug der Nettoverlust "nur" noch 0,08 Prozent pro Jahr.

UNO-Bericht 07.09.2015

Zu diesem Schluss kommt die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in ihrem am Montag veröffentlichten Weltwaldbericht. FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva sprach von einem "sehr ermutigenden Trend".

In Europa und Asien wachsen die Wälder

Nach dem Bericht der Welternährungsorganisation, der am Montag von da Silva und Südafrikas Präsident Jacob Zuma bei einem Kongress in Durban vorgestellt werden sollte, gab es 2015 noch 3.999 Milliarden Hektar Wald auf der Welt. Das entspricht 30,6 Prozent der Landfläche des Planeten.

Dies bedeutet einen Nettorückgang um 129 Millionen Hektar (1,29 Mio. Quadratkilometer) seit dem Jahr 1990 - so groß ist etwa das Staatsgebiet Südafrikas. Während aber in Europa und Asien die Wälder wachsen, schrumpfen sie in Afrika, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Ozeanien weiter. Österreich gehört zu jenen Ländern, in denen sich in den vergangenen 25 Jahren kaum etwas geändert hat.

Den meisten Wald gibt es demnach in Russland. Im größten Land der Erde sind knapp 815 Millionen Hektar bewaldet. An zweiter Stelle steht Brasilien mit knapp 494 Millionen Hektar. Doch der südamerikanische Riese ist zugleich der größte Waldvernichter mit einem gemeldeten Verlust von jährlich 984.000 Hektar im Zeitraum 2010 bis 2015. Auf der Negativliste folgen Indonesien und Myanmar.

Dagegen steht China mit gut 1,5 Millionen Hektar pro Jahr an oberster Stelle der Aufforster, gefolgt von Australien und Chile.

Im Vorjahr wieder mehr Rodungen

Laut FAO wurden für die neueste Ausgabe der alle fünf Jahre erscheinenden Studie 234 Länder beziehungsweise Territorien ausgewertet. Der diesjährige Report komme zu einem entscheidenden Zeitpunkt, an dem die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) für 2030 definiert würden, sagte da Silva. Er sei auch wichtig mit Blick auf die Klimakonferenz in Paris im Dezember. Wälder speichern große Mengen Kohlenstoff und tragen erheblich zur Luftqualität bei.

Zu einer weniger zuversichtlichen Einschätzung als die FAO kam am vergangenen Mittwoch die US-Online-Plattform Global Forest Watch (GFW). Sie meldete, die Erde habe 2014 rund 18 Millionen Hektar Wald verloren, was der größte Jahresverlust seit 2001 sei. Nach Angaben des Weltressourceninstituts (WRI) werden Wälder vor allem gerodet, um Flächen zur Gewinnung von Rohstoffen wie Gummi und Palmöl sowie für Rinderfarmen und Sojaanbau zu schaffen.

Ebenfalls in der Vorwoche berichteten belgische Forscher, dass sie die Anzahl aller Bäume weltweit bisher am genauesten geschätzt haben: Ihnen zufolge sind es mehr als drei Billionen.

science.ORF.at/APA

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