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Rechts der Exoplanet links sein Stern

Echte Bilder: Exoplanet umkreist fernen Stern

Knapp 2.000 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems haben Astronomen bisher entdeckt. Diese oft zig Lichtjahre entfernten Exoplaneten direkt zu beobachten ist schwierig. US-Forschern ist es nun dennoch gelungen: Sie machten Aufnahmen eines Exoplaneten, die zeigen, wie er sich um seinen Mutterstern bewegt.

Astronomie 16.09.2015

Die Bilder stammen vom Sternensystem Beta Pictoris, das in rund 63 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Maler am Südhimmel liegt.

Schon seit Längerem ist bekannt, dass sich in dem Sternensystem nicht nur eine riesige Staubscheibe befindet, sondern auch ein Planet: Beta Pictoris b. Die Masse des Gasplaneten ist zehn bis zwölf Mal größer als jene des Jupiters, sein Durchmesser entspricht in etwa dem des Saturn. Er braucht rund 22 Jahre, um seinen Stern zu umkreisen.

Direkte Beobachtung

Eineinhalb Jahre dieser Reise hat nun ein Team um den Astronomen Maxwell A. Millar-Blanchaer von der Universität Berkeley dokumentiert. "Unsere Bilderserie ist die beste bisher", zeigt sich Millar-Blanchaer begeistert. "Wir konnten die Staubscheibe und den Planeten gleichzeitig beobachten und dadurch herausfinden, wie sie in dem System interagieren."

Die Studie:

"Beta Pictoris' inner disk in polarized light and new orbital parameters for beta Pictoris b" von Maxwell A. Millar-Blanchaer und Kollegen erscheint am 16. September im "Astrophysical Journal", eine PrePrint-Version ist auf arXiv.org erschienen.

Links:

Video: Beta Pictoris b in Bewegung

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Die meisten der bisher entdeckten extrasolaren Planeten wurden indirekt beobachtet. Etwa mit der Transitmethode: Fliegt ein Planet an einem Gestirn vorbei, strahlt dieses für eine bestimmte Zeit marginal weniger. Die winzigen Helligkeitsunterschiede der Sterne können Forscher mit Teleskopen beobachten und daraus auf Planeten schließen. Bei Beta Pictoris b ist das anders: Ihn hat das Team um Millar-Blanchaer direkt beobachtet. Und zwar mit einem Teleskop des Gemini-Observatoriums in Chile.

Zwischen November 2013 und April 2015 schossen die Forscher Aufnahmen, die zeigen, wie sich der Planet – aus unserer Sicht – in Richtung Beta Pictoris bewegt. Keine ganz einfache Sache, wie die Forscher betonen, denn Planeten seien rund eine Million Mal dunkler als Sterne. Dennoch ist es ihnen mit Hilfe eines neuen Instruments gelungen ("Gemini Planet Imager"). In einem nächsten Schritt wollen die Forscher herausfinden, ob sich noch ein weiterer Exoplanet in "Sichtweite" von Beta Pictoris b befindet, einige Messungen würden schon jetzt dafür sprechen.

science.ORF.at

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