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Saturnmond Enceladus

Ozean umspannt Enceladus

Dass es auf dem eisigen Saturnmond Enceladus auch flüssiges Wasser gibt, wissen Forscher schon länger. Jetzt sind aber auch die Ausmaße klar: Ein großer Ozean umspannt den gesamten Mond. Das schließen Forscher aus Beobachtungen der Raumsonde "Cassini".

Saturn 16.09.2015

Demnach taumelt der Mond leicht auf seiner Bahn um den Ringplaneten. Diese Taumelbewegung sei zwar nur klein, aber dennoch zu groß für einen durchgehend festen Himmelskörper, heißt es in einer Mitteilung der Cornell-Universität.

Ungeahnte Ausmaße

Schon länger war bekannt, dass es unter der Eisdecke von Enceladus flüssiges Wasser geben muss. So hatte "Cassini" bereits 2006 Eisvulkane am Südpol des Saturnmonds entdeckt, die Wasserdampf und Eispartikel speien und damit den sogenannten E-Ring des Saturn füttern. Zumindest am Südpol müsse es ein unterirdisches Meer geben, schlossen die Astronomen damals. Die Ausdehnung des verborgenen Ozeans war jedoch nicht geklärt.

Schematische Darstellung des Saturnmond Enceladus

NASA/JPL-Caltech

Schematische Darstellung des Saturnmond Enceladus

Die genaue Auswertung der Taumelbewegung lieferte jetzt die Antwort: Der Ozean umspannt demnach den gesamten Mond. "Wären Oberfläche und Kern fest verbunden, würde der Kern so viel Totlast liefern, dass die Schwankungen viel kleiner ausfallen würden als beobachtet", betont Co-Autor Matthew Tiscareno vom SETI-Institut in Kalifornien in der Mitteilung. "Das belegt, dass es eine globale Flüssigkeitsschicht geben muss, die Oberfläche und Kern trennt."

Enceladus ist annähernd kugelförmig und hat einen Durchmesser von etwa 500 Kilometer. Er ist nicht der einzige Mond, bei dem Belege für einen unterirdischen Ozean gefunden wurden. Auch unter dem Eis der Jupitermonde Ganymed, Europa und Kallisto sowie im Saturnmond Titan und weiteren Eismonden vermuten Astronomen verborgene Meere. Sie gelten als aussichtsreiche Orte für die Suche nach außerirdischem Leben in unserem Sonnensystem.

science.ORF.at/dpa

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