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Emissionen steigen aus einem Braunkohlekraftwerk in den Himmel.

Indische Kritik an westlicher Klimapolitik

Indische Umweltschützer und Intellektuelle haben die Klimapolitik der Industrieländer scharf kritisiert. Die USA strengen sich bei der Reduzierung von schädlichen Treibhausgasen nicht an, und bürden Ländern wie Indien nun die Verantwortung für den Klimaschutz auf, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie.

Klima 07.10.2015

"Kohle-Heuchelei"

Indien stößt pro Person 1,7 Tonnen Kohlendioxid (CO2) im Jahr aus. In den USA sind es 16,6 Tonnen, in der Europäischen Union 7,3 Tonnen. Da Indien fast 1,3 Milliarden Einwohner hat, ist das Land aber heute der drittgrößte Emittent - und der Ausstoß wird wahrscheinlich schnell ansteigen. Vor dem UN-Klimagipfel im Dezember in Paris verpflichtete sich Indien jüngst, etwa ein Drittel weniger Treibhausgase im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt auszustoßen.

Samir Saran, Vizepräsident der indischen Denkfabrik ORF, spricht außerdem von einer "Kohle-Heuchelei". Indien werde dafür kritisiert, einen Großteil seiner Energie aus Kohle zu gewinnen, schreibt er in einem Gastbeitrag der Zeitung "The Hindu". Im Jahr 2014 habe jeder Inder aber nur ein Drittel so viel Kohle verbraucht wie ein Mensch in einem entwickelten Land der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Wenn also Indien ein neues Kohlekraftwerk baut, soll ein OECD-Land eines zumachen, meint Saran.

science.ORF.at/APA/dpa

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