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Altes lachendes Paar

Wer rastet, der rostet - besonders im Alter

Individuelle Gesundheitsförderung verlängert die Lebenszeit - auch, wenn man erst jenseits des 65. Geburtstags damit beginnt. Denn eine Schweizer Studie zeigt: Nach entsprechender Beratung leben ältere Menschen gesünder und werden dadurch auch älter.

Beratungseffekt 20.10.2015

Andreas Stuck von der Universität Bern und seine Kollegen haben acht Jahre lang den langfristigen Nutzen von maßgeschneiderten Präventionsprogrammen untersucht.

Höhere Lebenserwartung

Mehr als 2.000 über 65-jährige, selbstständig zu Hause lebende Personen wurden in zwei Gruppen unterteilt. Die Vergleichsgruppe erhielt die übliche medizinische Betreuung, die Interventionsgruppe zusätzlich Beratung durch eine speziell ausgebildete Pflegefachfrau. Ob die Menschen die Empfehlungen der Fachfrau auch umsetzten, stand ihnen frei.

Bereits nach zwei Jahren zeigte sich, dass die Personen in der Interventionsgruppe körperlich aktiver waren und sich ausgewogener ernährten. Nach acht Jahren zeigten sich "eindrückliche langfristige Auswirkungen auf den Gesundheitszustand", wie Geriatrie-Experte Stuck in einer Aussendung der Universität Bern sagt.

Am meisten beeindruckt waren die Forscher von der messbar höheren Lebenserwartung: Das Team berechnete, dass pro 21 Personen, welche die präventive Beratungen erhielten, ein Todesfall vermieden wurde.

Keine neuen Strukturen

Zentral für dieses Modell sei die Zusammenarbeit von Hausärzten und Pflegepersonal. Die Studie zeige auf, wie ein solches Angebot im hausärztlichen Umfeld erfolgreich umgesetzt werden kann, ohne dass neue Strukturen geschaffen werden müssten, heißt es in der Aussendung.

In mehreren Ländern, etwa den USA, existieren bereits präventive Programme, um ältere Menschen in ihrer Gesundheit zu unterstützen. Durch einen gesünderen Lebensstil sollen Krankheiten vermieden werden, was wiederum den Pflegebedarf und die damit verbundenen Gesundheitskosten senkt.

science.ORF.at/APA/sda

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