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Ein Zitteraal auf Jagd

Zitteraale nutzen Stromstöße zur Ortung

Jagende Zitteraale nutzen starke Stromstöße nicht nur als effektives "Betäubungsgewehr", sondern ähnlich wie Fledermäuse als hochpräzises Werkzeug zur Ortung ihrer Beute, wie Forscher nun herausgefunden haben.

Jagd 21.10.2015

Kenneth Catania von der Vanderbilt University in Nashville erforscht seit längerem die ungewöhnlichen Süßwasserfische, die Stromschläge von mehreren hundert Volt erzeugen können.

Schon in vorherigen Untersuchungen hatte Catania gezeigt, dass Zitteraale versteckte Beutefische zunächst durch einige schwache Stromschläge aufspüren, die zu unwillkürlichen, verräterischen Zuckungen führen. Anschließend legen die Raubfische ihre Beute mit einer Salve starker Stromschläge lahm. Unklar war jedoch, wie sie die betäubten Tiere danach ausfindig machten.

Elektrisches Signal

Die Studie in "Nature Communications":

"Electric eels use high-voltage to track fast-moving prey" von Kenneth C. Catania, erschienen am 20. Oktober 2015.

Catania präparierte nun tote Fische mit einem elektrischen Leiter, so dass sie - wie echte Beute - bei einem Stromstoß kurz aufzuckten und das Wasser so in Bewegung versetzten. In verschiedenen komplizierten Versuchsanordnungen mit leitenden und nicht leitenden "Beutemodellen" fand Catania anschließend heraus, dass den Zitteraalen nur dann ein zielgerichteter Angriff auf das betäubte "Opfer" gelang, wenn dort ein elektrischer Leiter vorhanden war. Visuelle, chemische oder sensorische Reize allein, etwa durch Wasserbewegungen des zappelnden Fisches, führten hingegen nicht zum Ziel.

Video:

"Diese Ergebnisse zeigen den Zitteraal in einem neuen Licht, als formidablen Räuber und als einzigartigen Sensor-Spezialisten gleichermaßen", resümiert Catania.

Zitteraale (Electrophorus electricus) sind keine Aale, wie der Name und das langgestreckte Aussehen vermuten lassen, sondern gehören zu den Neuwelt-Messerfischen. Sie leben in schlammigen, sauerstoffarmen Süßgewässern im tropischen Südamerika, beispielsweise im Amazonas.

Die Fische werden bis zu etwa zweieinhalb Meter lang und 20 Kilogramm schwer. Fast der ganze Körper ist mit stromerzeugenden Organen besetzt, Elektroplax genannt. Das sind umgebildete Muskeln, die hohe Spannungen freisetzen können. Die Zitteraale nutzen sie auch zur Orientierung, Verteidigung und Fortpflanzung.

science.ORF.at/APA/dpa

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