Standort: science.ORF.at / Meldung: "Die Sonne entreißt Mars die Atmosphäre"

Sonnensturm in Nahaufnahme

Die Sonne entreißt Mars die Atmosphäre

Durch heftige Sonnenausbrüche verliert der Mars vermehrt Gas aus seiner Atmosphäre. Das zeigen Messungen der Raumsonde "Maven", die unseren Nachbarplaneten seit 2014 umkreist.

Kosmos 06.11.2015

Bei einem Sonnensturm vom März registrierte "Maven" magnetische Schläuche in der Marsatmosphäre, die bis zu 5.000 Kilometer weit ins All rankten.

Die magnetischen Schläuche erleichtern es elektrisch geladenen Molekülen aus der Marsatmosphäre, ins All zu entkommen. Darunter sind etwa Kohlendioxid- und Sauerstoffionen.

Die Studien in "Science":

"Early MAVEN Deep Dip campaign reveals thermosphere and ionosphere variability" von S. Bougher et al.
"MAVEN observations of the response of Mars to an interplanetary coronal mass ejection" von B.M. Jakosky et al.
"Discovery of diffuse auroras on Mars" von N.M. Schneider et al.
"Dust observations at orbital altitudes surrounding Mars" von L. Andersson et al., erschienen am 6. November.

Ö1 Sendungshinweis:

Darüber berichtet auch Wissen Aktuell am 6.11. um 13:55.

Da Sonnenausbrüche im jungen Sonnensystem vermutlich häufig waren, könnten sie eine wichtige Rolle bei der angenommenen Ausdünnung der Marsatmosphäre gespielt haben, argumentieren die Forscher. Das könnte zu Klimaveränderungen auf dem Mars beigetragen haben.

Viele Forscher gehen davon aus, dass der äußere Nachbar der Erde einst eine deutlich dichtere Lufthülle und dadurch ein wesentlich milderes Klima besaß als heute.

Rätselhafte Staubwolken

Sonnenuntergang auf dem Mars

NASA/JPL/Texas A&M/Cornell

Sonnenuntergang auf dem Roten Planeten

Weitere Untersuchungen von "Maven", die mehrfach durch die obere Marsatmosphäre tauchte, zeigen, dass die Kruste des Roten Planeten vermutlich einen wesentlichen Anteil zum Magnetfeld des Mars beiträgt.

Außerdem beschreiben Planetenforscher im Fachblatt "Science" ausgedehnte Polarlichter auf dem Mars. Diese Entdeckung wurde von der NASA bereits früher in diesem Jahr bekanntgegeben. Die Aurorae reichen bis zu 60 Kilometer an die Marsoberfläche heran - so dicht wie bei keinem anderen Planeten bisher beobachtet.

Darüber hinaus hat die US-Raumsonde eine unerwartete globale Staubwolke um den Roten Planeten in 150 bis 1.000 Kilometern Höhe entdeckt.

Da es keinen bekannten Prozess gibt, der Staub von einem Planeten in diese Höhen hieven kann, nehmen die Forscher an, dass es sich um Staub handelt, der nicht von der Marsoberfläche stammt, sondern von einer bisher unbestimmten interplanetaren Quelle aus unserem Sonnensystem.

science.ORF.at/APA/dpa

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