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Kraftwerksschlote und Rauch vor blauem Himmel

Neuer Höchststand bei Treibhausgasen

In der Erdatmosphäre befinden sich mehr gefährliche Treibhausgase als je zuvor. Hauptgrund sei der anhaltend starke Ausstoß von Kohlendioxid (CO2), erklärte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am Montag in Genf.

Klimawandel 09.11.2015

Der Strahlungsantrieb durch Gase wie CO2, Methan (CH4) und Distickstoffmonoxid (N2O) - eine Maßeinheit für den Treibhauseffekt - sei zwischen 1990 und 2014 um 36 Prozent gestiegen, hieß es. Als Hauptursache gilt der Verbrauch fossiler Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl. Bis 2013 hatte die WMO eine Steigerung um 34 Prozent verzeichnet.

Warnung vor Klimagipfel in Paris

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Klimakonferenz Paris

Anlässlich der bevorstehenden Weltklimakonferenz (COP21) von 30. November bis 11. Dezember in Paris berichtet der ORF in Radio, TV und Internet über Klimapolitik und den aktuellen Stand der Klimaforschung.

"Jahr für Jahr berichten wir von einem neuen Rekord bei der Konzentration von Treibhausgasen", sagte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud. "Jedes Jahr warnen wir, dass uns die Zeit davonläuft. Wir müssen jetzt endlich handeln, um die Emissionen von Treibhausgasen einzudämmen, wenn wir noch eine Chance haben wollen, die Temperaturerhöhung der Erde in erträglichen Grenzen zu halten."

Die WMO verweist dabei auf Messwerte der US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration). Demnach überschritt die weltweite Konzentration von CO2 im Frühjahr 2015 den Durchschnittswert von 400 ppm (parts per million, Teilchen pro Million).

Dieser Wert ist ein neuer Rekord in der Geschichte der Menschheit, auch wenn er erdgeschichtlich bereits höher lag. Er gilt Forschern als "bedeutender Meilenstein" auf dem Weg zu einer gefährlichen Klimaveränderung. "Wir werden bald einen globalen Durchschnitt von 400 ppm als permanente Realität erleben", so Jarraud. Laut der NOAA stieg die CO2-Konzentration seit dem vorindustriellen Zeitalter um mehr als 120 ppm an. Die Hälfte davon sei nach 1980 hinzugekommen.

"Unsichtbare Bedrohung" mit sichtbaren Folgen

Die WMO, die UNO-Umweltorganisation UNEP und weitere Expertengremien fordern von der Pariser Konferenz entschlossene Aktionen zur Reduzierung der CO2-Emissionen. Sonst werde der Klimawandel die Erde "gefährlich und nicht mehr bewohnbar für künftige Generationen machen", heißt es in der WMO-Mitteilung.

"Kohlendioxid ist unsichtbar, wir können die Bedrohung also nicht sehen, aber sie ist sehr real", sagte Jarraud. Und die Folgen seien dramatisch: extremes Wetter, Hitzewellen und Überschwemmungen, steigende Meeresspiegel, Übersäuerung der Ozeane. "All das geschieht bereits jetzt, und wir bewegen uns weiter mit besorgniserregender Geschwindigkeit auf ungewisse Zeiten zu."

Beim Pariser Klimagipfel kommen von 30. November bis 11. Dezember Vertreter von 195 Staaten zusammen. Ziel ist die Vereinbarung von Maßnahmen, durch die der Temperaturanstieg auf der Erde auf maximal zwei Grad Celsius begrenzt werden soll.

science.ORF.at/dpa

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