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auf einer Computertastatur wird eine blaue Taste gedrückt, auf der "Open access" steht

Alles "Open Access" bis 2025?

Bis 2025 sollte die gesamte wissenschaftliche Publikationstätigkeit in Österreich auf "Open Access" umgestellt, die Publikationen also frei zugänglich sein. Diese Empfehlung hat eine Arbeitsgruppe des Open Access Network Austria ausgesprochen.

Publikationen 13.11.2015

Die Umstellung auf "Open Access" bedeute, "dass alle wissenschaftlichen Publikationen, die aus Unterstützung mit öffentlichen Mitteln hervorgegangen sind, ohne Zeitverzögerung und in der finalen Version im Internet frei zugänglich sind", heißt es in der Empfehlung der OANA, dem u.a. alle Unis, zahlreiche Forschungseinrichtungen, Förderorganisationen und das Wissenschaftsministerium angehören. Die dafür notwendigen Mittel sollen den Autoren der Publikationen zur Verfügung gestellt oder die Kosten der Publikationsorgane direkt von den Wissenschaftsorganisationen getragen werden.

Ö1 Sendungshinweis:

Darüber berichtet auch Wissen Aktuell am 13.11. um 13:55.

Seit Jahrzehnten dominiert im Wissenschaftsbetrieb die Veröffentlichung von Ergebnissen in kostenpflichtigen Fachjournalen. Vor allem große Verlage haben den Zugang zu wichtigen wissenschaftlichen Publikationen und übergeordneten Datenbanken stark verteuert. Daher gewinnt die "Open Access"-Bewegung immer mehr an Bedeutung. Sie vertritt die Meinung, dass die Öffentlichkeit, die Forschung finanziert, auch freien Zugang zu deren Ergebnissen haben sollte.

"Wissenschaft ist ein öffentliches Gut, das erst durch Teilen und Weiterverwendung nutzbar wird", heißt es einleitend auch in der nun verabschiedeten Empfehlung. Wissenschaftliche Publikationen frei im Internet zur Verfügung zu stellen, habe nicht nur Vorteile für die Wissenschaft selbst, sondern für nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche.

Mehrere Schritte

Für den Weg zu einer grundlegenden Umstellung auf "Open Access" empfiehlt die Arbeitsgruppe mehrere Maßnahmen: So sollten alle öffentlich finanzierten Forschungs- und Förderorganisationen bis 2017 eine eigene "Open-Access-Policy" implementieren, die ab 2020 für alle Mitarbeiter verpflichtend sein sollte.

Bis 2018 sollte von diesen Organisationen ein vollständiger und transparenter Überblick über die Kosten des jetzigen Publikationssystems geschaffen werden. Ab kommenden Jahr sollten weiters Lizenzverträge mit Verlagen so gestaltet werden, dass die Veröffentlichung von Autoren aus Österreich automatisch "Open Access" erscheinen.

Zudem empfiehlt die Arbeitsgruppe bis 2018 einen transparenten Publikationsfonds einzurichten, der die Autorengebühren für "Open Access" abdeckt. Von der Wissenschaftspolitik sollten bis 2020 finanzielle Anreize gesetzt werden, die den Aufbau von institutionsübergreifenden Publikationsstrukturen zur Herausgabe international hochqualitativer "Open-Access"-Medien in Österreich ermöglichen.

science.ORF.at/APA

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