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Ein Übergewichtiger sitzt auf einer Steinbank

US-Amerikaner werden weiter dicker

Trotz Aufklärungskampagnen für gesündere Ernährung legen die US-Amerikaner weiter an Gewicht zu. Bereits 38 Prozent von ihnen waren 2013 und 2014 fettleibig – drei Prozent mehr als in den Jahren zuvor.

Ernährung 13.11.2015

Dieser Anstieg ist für Wissenschaftler, aber auch für die US-Regierung eine herbe Enttäuschung. Neben anderen Prominenten setzt sich auch First Lady Michelle Obama immer wieder persönlich für eine gesündere Ernährung ein.

"Der Trend ist bedauerlich und sehr frustrierend", sagte die Ernährungsexpertin Marion Nestle der "New York Times", die aus dem Nationalen Gesundheits- und Ernährungsbericht zitiert hat. "Jeder hat gehofft, dass weniger Zucker und Softdrinks das Level senken würden."

Zum Vergleich: In Österreich sind rund 18 Prozent der Bevölkerung fettleibig.

Zu viel Junk-Food

Experte Kelly D. Brownell nannte einen der Gründe für den Anstieg der Dicken in den USA: "Zu viel und zu billiges Junk-Food. Wir tun einfach nicht genug dagegen. Jetzt gehen wirklich die Alarmlampen an."

Andere Experten wiesen darauf hin, dass der Kampf gegen Fettleibigkeit schon viel früher beginnen müsse, zum Beispiel bei der Ernährung an Schulen und dort besonders bei gezuckerten Getränken.

Vor allem Minderheiten sind von Fettleibigkeit betroffen, und unter ihnen weit überdurchschnittlich schwarze Frauen.

Gesundheitliche Folgen

Laut Weltgesundheitsorganisation gelten Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 30 als übergewichtig und mit einem BMI von mehr als 30 als adipös, also fettleibig. Den BMI erhält man, indem man sein Gewicht durch die Körpergröße zum Quadrat teilt.

Betroffene leiden oft unter Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten, Diabetes, Herzschwäche, einer Fettleber und Gelenkproblemen. Auch die Wahrscheinlichkeit, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, steigt. Wenn Betroffene ausgegrenzt werden, leidet häufig die Psyche.

science.ORF.at/dpa

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