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Marsmond Phobos

Mars bekommt einen Ring

Den Mars umkreisen zwei kleine Monde. Phobos, einer der beiden, wird seinem Namen (Altgriechisch für "Angst") laut einer neuen Studie gerecht: Eines Tages wird er zerbrechen und aus den Trümmern einen Ring bilden ähnlich wie beim Saturn. Bis es so weit ist, dauert es aber noch eine ganze Weile.

Astronomie 24.11.2015

Und zwar 20 bis 40 Millionen Jahre, wie die beiden Planetenwissenschaftler Benjamin Black und Tushar Mittal von der Universität von Kalifornien (Berkeley) in ihrer Studie errechnet haben.

Mond der Erde viel weiter entfernt

Sowohl Phobos als auch der andere Marsmond, Deimos (Altgriechisch für "Schrecken"), sind unregelmäßig geformt und haben Durchmesser von weniger als 30 Kilometern. Phobos, der größere von beiden, zieht seine Bahn nur knapp 6.000 Kilometer über dem Mars und nähert sich ihm auf einer leichten Spiralbahn langsam immer weiter an.

Zum Vergleich: Der Erdmond hat einen Durchmesser von knapp 3.500 Kilometern und umkreist unseren Planeten in knapp 400.000 Kilometern Entfernung.

Durch seine Spiralbahn wird Phobos unweigerlich zerstört werden: Entweder stürzt er irgendwann auf den Mars oder die Gezeitenkräfte des Planeten zerreißen ihn in der Umlaufbahn. Welches Schicksal den kleinen Mond erwartet, hängt von seiner Zusammensetzung ab.

Die Studie

"The demise of Phobos and development of a martian ring system" von Benjamin A. Black und Tushar Mittal ist am 23. November 2015 im Fachjournal "Nature Geoscience" erschienen.

Der Marsmond Phobos

NASA/JPL/University of Arizona)

Phobos aus einer Entfernung von 6.800 Kilometern

Durch Schwerkraft zerrissen

Mit Hilfe von Beobachtungsdaten und einem geotechnischen Modell haben Black und Mittal nun die Festigkeit des Trabanten berechnet.

Demnach ist er nicht sehr stabil und wird voraussichtlich in 20 bis 40 Millionen Jahren zerrissen. Dann ist er dem Mars so nahe, dass dessen Schwerkraft an der Unterseite des Mondes deutlich stärker zieht als an der etwas weiter entfernten Oberseite. Diese Differenz hält Phobos voraussichtlich nicht aus und zerbricht.

Auf diese Weise könnten vor langer Zeit auch andere nach innen wandernde Trabanten von Planeten unseres Sonnensystems zerstört worden sein, schrieben die Forscher.

science.ORF.at/APA/dpa

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