Standort: science.ORF.at / Meldung: "China baut weltgrößte Klonfabrik"

Ein ein Tag altes Bullenkalb in einer Jungtierbox

China baut weltgrößte Klonfabrik

Die weltgrößte Fabrik zum industriellen Klonen von Hunden, Rindern und Rennpferden wird derzeit in China gebaut. Die 200 Millionen Yuan (29,4 Millionen Euro) teure Anlage soll neben Labors auch eine Gendatenbank beherbergen, berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua.

Massen-Produktion 25.11.2015

Zunächst sollen 100.000 Klonrinder erzeugt werden. Die Produktion solle aber auf eine Million Tiere steigen, sagte laut Bericht der Chef der beteiligten chinesischen Biotech-Firma Boyalife, Xu Xiaochun.

Chinesische Bauern hätten derzeit Mühe, genügend Rinder zu züchten, um der großen Nachfrage zu begegnen. Die neue Fabrik soll darüber hinaus das Klonen von Hunden als Haustiere oder zum Einsatz bei der Polizei anbieten.

Skandalforscher beteiligt

Laut Xinhua werden in China bereits seit dem Jahr 2000 Tiere geklont. Zhu Yi, Professor für Lebensmittelkunde an Chinas landwirtschaftlicher Universität, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es gebe "fast keinen Unterschied" zwischen geklontem und natürlich gezeugtem Vieh. Dennoch dürften Unternehmen Klonfleisch nicht ohne eine "rigorose Risikoeinschätzung" und wiederholte Tests zum Verzehr anbieten.

An der Anlage ist neben Boyalife auch das südkoreanische Unternehmen Sooam Biotech beteiligt. Dessen Gründer Hwang Woo Suk war im Jahr 2004 zu Berühmtheit gelangt, nachdem er in der Fachpresse behauptet hatte, erstmals Stammzelllinien aus einem geklonten menschlichen Embryo entwickelt zu haben. 2005 wurde er durch das erste Klonen eines Hundes bekannt.

Sein Ruhm verblasste jedoch, als ein Untersuchungsausschuss der Universität Seoul im Jahr darauf seine gesamte Forschung mit menschlichen Stammzellen als gefälscht entlarvte.

Das gemeinsame Unternehmen von Boyalife und Sooam bietet seit vergangenem Jahr in China Klonen an. Es reproduzierte bereits drei Hundewelpen der Rasse Do Khyi, auch als tibetanische Dogge bekannt.

Kritik in sozialen Netzwerken

In sozialen Netzwerken äußerten sich Nutzer beunruhigt über die geplante Klonfabrik. "Wird dieses Fleisch in Südkorea oder China verkauft? Wenn in China, bitte sorgt dafür, dass unsere Führer es zuerst essen", schrieb ein Nutzer mit Blick auf die Klonrinder. Andere verwiesen darauf, dass China schon in den vergangenen Jahren wiederholt von Lebensmittelskandalen erschüttert wurde.

"Wahnsinn", kritisierte ein Nutzer das Vorhaben, auch Hunde zu klonen. Schon jetzt würden in China viele Hunde getötet, weil niemand sie haben wolle. Für Besorgnis sorgte im Internet auch die Tatsache, dass die Klonfabrik in der Nähe des Gefahrgutlagers in Tianjin liegt, das im August explodiert war.

Dabei starben nach offiziellen Angaben 165 Menschen. Bei anderen überwogen die ethischen Bedenken gegen die Klonfabrik. "Ist der nächste Schritt das Klonen von Menschen?", fragte ein Nutzer.

science.ORF.at/AFP

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