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"Curiosity" nimmt die Yellowknife Bay auf dem Mars auf

Mikroben könnten auf Mars überleben

Auf dem Mars ist es extrem kalt und extrem trocken. Könnten Mikroben diesen Bedingungen trotzen? Im Prinzip ja, lautet die Antwort deutscher Wissenschaftler. Die Robustheit von Einzellern wurde offenbar unterschätzt.

Robust 25.11.2015

Die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hatten für ihre vierjährige Studie Proben von extrem trockenen, sauerstofffreien Orten auf der Erde genommenen.

Einige der dort gefundenen Lebewesen konnten im Ruhezustand lange Trockenphasen überdauern, nahmen dann, wenn es wieder Wasser gab, ihren Stoffwechsel auf - und vermehrten sich munter.

Fazit: Sie könnten womöglich auch auf dem Mars überleben, sagt Petra Rettberg, die Leiterin des Projekts MASE (Mars Analogues for Space Exploration). Neuesten Studien zufolge gibt es nämlich auf dem Roten Planeten zumindest gelegentlich Wasser.

Erstaunlich gut angepasst

Die klimatischen Bedingungen auf dem Mars unterscheiden sich deutlich von denen auf der Erde. Die Atmosphäre ist dünn, und es gibt keinen Sauerstoff. Extreme Temperaturen, energiereiche Strahlung und Trockenheit machen die Umweltbedingungen nicht gerade lebensfreundlicher.

Doch an einigen Orten auf der Erde sind Organismen zumindest an einzelne dieser Stressfaktoren angepasst: etwa im Sippenauer Moor in Deutschland. Dort herrscht ein, wie es die Forscher ausdrücken, "anaerobes sulfidreiches Umfeld". Soll heißen: Die Umweltbedingungen sind sehr unangenehm. Lebewesen gibt es dort trotzdem.

Die Forscher vermuten, dass die Bedingungen für Leben auf dem Mars früher besser waren als heute. Nun wollen sie die untersuchten Mikroorganismen künstlich altern lassen. So will das Team um Rettberg feststellen, welche Organismen - lebendig oder als Fossil - man in Zukunft auf dem Mars finden könnte. Die bisherigen Ergebnisse von MASE wurden Ende November in Köln vorgestellt.

science.ORF.at/dpa

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