Standort: science.ORF.at / Meldung: "Kampf gegen Malaria erfolgreich "

Anophelesmücke und Blutstropfen auf menschlicher Haut

Kampf gegen Malaria erfolgreich

Immer weniger Menschen weltweit erkranken und sterben an Malaria. Ein Großteil der betroffenen Länder habe die Zahl der Neuerkrankungen zwischen 2000 und 2015 um mindestens die Hälfte senken können, resümiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

WHO-Bericht 09.12.2015

18 von 106 betroffenen Ländern hätten die Zahl der Neuinfektionen um mindestens 50 Prozent gesenkt, in 57 Ländern waren es laut WHO sogar mindestens 75 Prozent.

Gleichwohl sind die absoluten Zahlen immer noch betrüblich: Für dieses Jahr rechnet die WHO mit etwa 214 Millionen Neuinfektionen und ungefähr 438.000 Todesfällen weltweit. Betroffen sind vor allem afrikanische Länder.

Millenniumsziel erreicht

"Seit Beginn dieses Jahrhunderts haben Investitionen in Malariavorsorge und -behandlung über sechs Millionen Todesfälle verhindert", erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan zur Vorstellung des neuen Welt-Malaria-Reports.

Demnach wurde das Millenniumsziel erreicht, die Ausbreitung von Malaria bis 2015 weltweit zu stoppen und den Trend umzukehren. Dabei waren vor allem effektive und günstige Mittel erfolgreich: So seien in den letzten 15 Jahren fast eine Milliarde mit Insektiziden behandelte Moskitonetze in Afrika südlich der Sahara verteilt worden, hieß es. Der Malariaerreger wird von infizierten Moskitos verbreitet.

In der Region Afrika registrierte die WHO in diesem Jahr 88 Prozent aller Neuinfektionen und 90 Prozent der Todesfälle. Die Tropenkrankheit ist eine der Haupttodesursachen in Entwicklungsländern. In vielen stark betroffenen Ländern erschweren schlechte Gesundheitssysteme Fortschritte bei der Malaria-Kontrolle oder es fehlt noch immer an präparierten Moskitonetzen.

Neue Gefahr: Resistente Moskitos

Zudem gibt es neue Herausforderungen bei der Bekämpfung von Malaria. "In vielen Ländern wird der Fortschritt durch die schnelle Entwicklung und Ausbreitung von Resistenzen bei Moskitos gegen Insektizide gefährdet", erklärte Pedro Alonso, Direktor des WHO-Weltmalariaprogramms. Auch Resistenzen gegen Medikamente könnten demnach die jüngsten Erfolge gefährden.

Als erstes Land in Südasien sind die Malediven offiziell frei von Malaria. Das hatte ein WHO-Repräsentant in der Hauptstadt Malé am Dienstag mitgeteilt. Schon seit drei Jahrzehnten sei in dem Inselstaat im Indischen Ozean kein Fall der Tropenkrankheit mehr registriert worden.

science.ORF.at/dpa

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