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Ein Demonstrant hält in Paris ein Transparent auf dem steht: "no false solutions"

In Paris ist noch vieles offen

Die Pariser UNO-Klimakonferenz biegt auf die Zielgerade ein: Die französischen Gastgeber wollen am Donnerstag die generelle Ausrichtung eines Weltklimavertrags festmachen. Dazu müssen Kompromisse bei zentralen Streitpunkten wie Höhe und Art der Finanzhilfen für Entwicklungsländer gefunden werden.

Klima-Konferenz 10.12.2015

Die Verhandlungen sollen am Nachmittag in einem neuen Textentwurf münden. Das werde noch nicht der endgültige Vertrag sein, sagte der Konferenzleiter, der französische Außenminister Laurent Fabius, "aber ein Schritt voran".

Knackpunkt Geld

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Klimakonferenz Paris

Anlässlich der Weltklimakonferenz (COP21) von 30.11. bis 11.12. in Paris berichtet der ORF in Radio, TV und Online über Klimapolitik und den aktuellen Stand der Klimaforschung.

Debatte: Gegen Klimawandel: Was kann der Einzelne tun?

Die Zeit drängt. Nach Planung Frankreichs sollen die 196 Verhandlungspartner schon am Freitag eine Einigung annehmen, die die Welt auf Klimaschutzkurs bringt. Ziel ist es, den durch Treibhausgase verursachten Klimawandel zu stoppen.

In einer öffentlichen Diskussion am späten Mittwochabend bezeichneten viele Länder den letzten Vertragsentwurf als "gute Basis". Zahlreiche Sprecher äußerten aber auch deutliche Bedenken gegen einzelne Passagen.

Ein großer Knackpunkt ist nach wie vor das Geld: Südafrika kritisierte im Namen einer großen Gruppe Entwicklungs- und Schwellenländer einschließlich Chinas, bei den Finanzhilfen für arme Länder gehe der Vorschlag nicht weit genug. Der indische Umweltminister Prakash Javadekar betonte erneut, dass mehr Unterstützung für ihn die Voraussetzung sei, um ehrgeizigere Klimaschutzziele im Vertrag zu verankern.

Rote Linien überschritten?

Kritisch äußerte sich auch die Vertreterin der EU, Carole Dieschbourg. An mehreren Stellen im jüngsten Verhandlungstext seien Rote Linien überschritten worden, so die luxemburgische Umweltministerin. Sie kritisierte, der Entwurf sei nicht ehrgeizig genug. Z

udem wiederholte sie die Forderung, finanzstarke Schwellenländer sollten nach 2020 ebenfalls Geld für ärmere Länder beisteuern. Umweltschützer bemängelten ebenfalls, dass die Inhalte des bisherigen Textentwurfs nur zu einer schwachen Reduzierung der Treibhausgase führten.

Auch von der Gruppe der arabischen Staaten, der mehrere Petrodollar-Monarchien angehören, kam heftige Kritik - allerdings aus anderen Gründen. Der Vertreter Saudi-Arabiens sagte, der Entwurf für das Abkommen enthalte Elemente, "die eine nachhaltige Entwicklung, Armutsbekämpfung und die Nahrungsmittelproduktion gefährden".

science.ORF.at/APA/dpa

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