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Zwei Exoplaneten (künstlerische Darstellung)

Astronomen lösen "Wasserrätsel"

Astronomen haben die Atmosphären von zehn fernen Planeten bei anderen Sternen untersucht. Dadurch konnten sie nicht nur den bisher größten Katalog von Atmosphären extrasolarer Planeten erstellen. Sie lösten auch das Rätsel, warum manche sogenannte heiße Jupiter scheinbar weniger Wasser besitzen als erwartet.

Exoplaneten 14.12.2015

Stern überstrahlt Planet

Astronomen haben bisher rund 2.000 Planeten bei anderen Sternen entdeckt. Bei vielen dieser sogenannten Exoplaneten handelt es sich um "heiße Jupiter". Das sind große Gasplaneten wie der Jupiter in unserem Sonnensystem, die ihren Stern jedoch in sehr geringer Entfernung umkreisen und dadurch von dessen Strahlung stark aufgeheizt werden.

Die große Nähe zu ihrem Heimatstern erschwert die Beobachtung dieser Planeten, weil das Licht des Sterns alles überstrahlt. Dennoch ist es einem internationalen Forscherteam um David Sing von der britischen Universität Exeter mit den Weltraumteleskopen "Hubble" und "Spitzer" gelungen, die Atmosphären von zehn dieser fernen Gasriesen erstmals systematisch zu untersuchen - vom Ultraviolett- bis zum Infrarotlicht.

"Fingerabdruck" im Sternenlicht

Die Wissenschaftler wählten solche Exoplaneten, die von der Erde aus gesehen regelmäßig vor ihrem Stern vorbeiwandern. Der Stern durchleuchtet dann die Atmosphäre von hinten, die auf diese Weise ihren chemischen "Fingerabdruck" im Sternenlicht hinterlässt.

"Wir haben festgestellt, dass die Planetenatmosphären deutlich vielfältiger sind als wir erwartet haben", berichtet Sing in einer Mitteilung des europäischen "Hubble"-Informationszentrums in Garching bei München mit.

Wasser nur schlechter zu sehen

Anhand der chemischen "Fingerabdrücke" konnten die Forscher nicht nur verschiedene chemische Elemente und Moleküle in den Planetenatmosphären identifizieren, sondern auch wolkenverhangene und wolkenfreie Planeten unterscheiden. Die Wolken bestehen nicht aus Wasserdampf, sondern aus anderen chemischen Verbindungen wie etwa Silikaten.

Während sich bei den wolkenfreien Planeten deutliche Zeichen von Wasser fanden, erschienen wolkenverhangene Planeten wasserarm. Da die nachgewiesenen Wolken und Dunst das Signal von Wasser verschleierten, sei das Wasser bei diesen Planeten lediglich schlechter zu sehen, argumentieren die Forscher. Das Rätsel des scheinbar fehlenden Wassers sei damit gelöst.

science.ORF.at/dpa

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