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Christiana Figueres, Leiterin des UN-Klimasekretariats

Die Menschen des Jahres

Das Fachmagazin "Nature" hat die wichtigsten Persönlichkeiten des Jahres ausgezeichnet. Darunter ein Genetiker, der eine große ethische Debatte ausgelöst hat, eine Astronomin, die gegen sexuelle Belästigung kämpft - und eine Klimaexpertin mit diplomatischem Geschick. Zehn Menschen, denen 2015 Wichtiges gelungen ist:

Höhepunkte 17.12.2015

1. Verhandelt fürs Klima: Christiana Figueres

Die exzellente Diplomatin aus Costa Rica hat als Leiterin des UNO-Klimasekretariats entscheidend zum Weltklimavertrag von Paris beigetragen. Er soll die Menschen vor den schlimmsten Folgen der Erderwärmung bewahren. Sie werde getragen von dem Wunsch, Chancen für weniger Begünstigte zu bewahren und zu erhöhen, sagte die agile 59-Jährige. "Wir haben eine große moralische Verantwortung, alles zu tun, was wir können, um die Situation zu verbessern."

2. Ändert Gene: Junjiu Huang

Der Chinese stellt die Welt vor kaum lösbare ethische Fragen. Darf die Wissenschaft Embryo-Gene manipulieren, um Krankheiten zu verhindern? Junjiu Huang und sein Team haben es als erste getan und dokumentiert - und sehen ihre Forschung auch als Warnung dafür, dass die Methode (noch) alles andere als sicher ist.

3. Erforscht Pluto: Alan Stern

Dem Nasa-Planetenforscher hat die Welt beeindruckende Bilder vom Zwergplaneten Pluto zu verdanken. Der US-Amerikaner ist einer der Köpfe hinter der "New Horizons"-Mission, die am 14. Juli technisches Gerät bis auf rund 12.500 Kilometer an die Pluto-Oberfläche heranbrachte.

4. Lässt künstliche Haut fühlen: Zhenan Bao

Die Entwicklung neuer Materialien ist für den medizinischen Fortschritt unerlässlich. Eine Haut aus winzigen Kohlenstoff-Nanoröhrchen, die ohne allzu großen technischen Aufwand Druck "spüren" und Signale ans Gehirn weiterleiten kann, haben Zhenan Bao und ihr Team entwickelt.

5. Handelt Atomdeal aus: Ali Akbar Salehi

Das Atom-Abkommen mit dem Iran gehört zu den größten diplomatischen Leistungen des Jahres. Maßgeblich beteiligt war Ali Akbar Salehi als Chef des iranischen Atom-Programms. "Nature" würdigt sein Talent, Brücken zu bauen.

6. Kämpft für Frauenrechte: Joan Schmelz

Diskriminierung von Frauen bleibt in der Wissenschaft ein Thema. Eine wichtige Rolle spielte dieses Jahr die Astronomin Joan Schmelz, die mehrere Frauen ermutigte, über sexuelle Belästigung zu sprechen. Das brachte eine gewaltige Debatte ins Rollen und führte unter anderem zu einem Rücktritt an der US-Universität Berkeley.

7. Erklärt Menschheitsgeschichte: David Reich

Die DNA unserer Vorfahren hat viel zu erzählen. David Reich von der Harvard Medical School in Boston erforscht sie. So fand er mit Kollegen unter anderem heraus, dass Neandertaler und moderne Menschen einst in Europa gemeinsame Nachkommen gezeugt haben und steinzeitliche Ahnen der Mitteleuropäer aus Südrussland kamen.

8. Sucht Supraleiter: Mikhail Eremets

Der Weißrusse testet am Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie, wie Materialien sich unter sehr großem Druck verhalten. Dabei fand er heraus, dass Schwefelwasserstoff unter Druck und bei sehr kalter Temperatur zum Supraleiter wird, also Elektrizität ohne Widerstand leitet. Die Hoffnung ist, einen Supraleiter bei Raumtemperatur zu finden.

9. Findet Schmerzmittel: Christina Smolke

Opioide sind wichtige Schmerzmittel. Sie werden in der Regel aus Mohn gewonnen, und der Ertrag ist - wie üblich in der Natur - schwer berechenbar. Christina Smolke von der kalifornischen Universität Stanford hat es geschafft, das entscheidende Mohn-Gen künstlich herzustellen und Hefe dazu zu bringen, Opioide zu erzeugen. Sie will Schmerzmittel finden, die frei von Nebenwirkungen und Abhängigkeitsrisiken sind.

10. Überprüft Forschung: Brian Nosek

Der US-Psychologe ist überzeugt, dass Menschen voller unbewusster Vorurteile sind, die auch Wissenschaftler beeinflussen. Das von Brian Nosek mitgegründete Center for Open Science (COS) prüft unter anderem, ob Forschungsergebnisse reproduzierbar sind, und fordert seine Kollegen auf, in dieser Hinsicht vorsichtiger und gründlicher zu arbeiten.

science.ORF.at/dpa

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