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Erde und Sonne im Weltall

Österreich als Weltraumnation

Österreich als Weltraumnation zu bezeichnen, klingt fast lächerlich, 2016 wird es aber zutreffen: China will gemeinsam mit heimischen Physikern erstmals quantenphysikalisch verschränkte Photonen vom All zur Erde senden, ein Minisatellit aus Österreich soll starten, mit rot-weiß-roter Beteiligung landen auch die Sonden "Insight" und "Rosetta".

Vorschau 22.12.2015

Quantenphysiker rund um Anton Zeilinger vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) übertragen über immer größere Distanzen verschränkte Lichtteilchen. Der bisherige Übertragungs-Rekord liegt bei 144 Kilometer zwischen zwei kanarischen Inseln.

Viel weiter dürfte es nicht funktionieren, da die Erdatmosphäre die Lichtsignale stört. Für größere Distanzen müsste man über Satelliten gehen. Dann bewegen sich die Photonen großteils im luftleeren Raum und werden durch die Atmosphäre kaum gestört. Aus diesem Grund hat Zeilinger 2010 ein Abkommen für ein Satellitenprojekt mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften unterzeichnet.

Voraussichtlich im späten Frühjahr 2016 soll der chinesische Satellit "Quantum Experiments at Space Scale" ins All starten. Mit an Bord ist u.a. ein von den Wiener Physikern mitgestaltetes Experiment, mit dem aus einer polaren Umlaufbahn in 600 bis 800 Kilometern Höhe verschränkte Photonen zur Erde gesendet werden - und zwar an Bodenstationen in Wien und China, die einzelne Photonen detektieren können.

Ein Anfang und ein Ende

Für Jänner 2016 war der Start des österreichischen Satelliten "Pegasus" als Teil des 50 Minisatelliten umfassenden Netzwerks "QB50" zur Erforschung der oberen Schichten der Erdatmosphäre geplant. Doch aus dem angepeilten Start-System wird nichts, sagte "Pegasus"-Projektleiter Carsten Scharlemann von der Fachhochschule Wiener Neustadt zur APA. Mittlerweile strebe man den Start mit einer russischen Dnepr-Rakete Mitte des Jahres an.

Zum Mars startet Anfang März die NASA-Mission "Insight", an der das Institut für Weltraumforschung (IWF) der ÖAW beteiligt ist. Ziel der Sonde, die Ende September am Mars landen soll, ist die Erforschung des Inneren des Roten Planeten, sagte Günter Kargl vom IWF zur APA. Sein Institut ist an der wissenschaftlichen Auswertung des HP3-Instruments beteiligt, eine Art Maulwurf, der in die Rekordtiefe von fünf Metern in den Mars-Boden vordringen soll.

Ein spektakuläres Ende findet die Kometen-Mission "Rosetta" im September: Im November 2014 wurde ja der "Philae"-Lander von "Rosetta" abgekoppelt und setzte als erstes Gerät weich - allerdings nicht ganz so wie geplant - auf einem Kometen auf. Zum Ende der Mission soll sich nun auch die Muttersonde "Rosetta" dem Kometen "Tschuri" immer mehr nähern, schließlich mehr oder weniger sanft landen und dabei solange wie möglich Bilder und Daten senden.

Weltraum-Jubiläum

Ein Jubiläum rundet das rot-weiß-rote Weltraumjahr ab: Vor 25 Jahren, vom 2. bis 10. Oktober 1991, flog mit Franz Viehböck der erste und bisher einzige Österreich ins All. Im Rahmen des "Austromir"-Projekts führte Viehböck 15 Experimente an Bord der russischen Raumstation Mir durch.

Aus diesem Anlass lädt Viehböck Astronauten-Kollegen nach Wien und organisiert gemeinsam mit dem Österreichischen Weltraumforum ab 3. Oktober einen Kongress der Association of Space Explorers (ASE). Rund 100 Astronauten und Kosmonauten werden Schüler und Studenten sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft treffen.

science.ORF.at/APA

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