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Junge Frau hält sich die Nase zu

Die schrägsten Studien des Jahres

Sexrekorde, Tiertoiletten und die anregende Wirkung von Fischgeruch: Das Wissenschaftsjahr 2015 war ein erfolgreiches - auch in Bezug auf skurrile Erkenntnisse. Im Folgenden eine Auswahl: sieben Beiträge, die man nicht verpasst haben sollte ...

Rückblick 23.12.2015

1. Das ging richtig schief

Unter dem Twitter-Hashtag #fieldworkfail berichten Wissenschaftler von lustigen Missgeschicken. Etwa dies: Auf der Suche nach Affen stehen zwei Forscher in Tansania plötzlich einem Löwen gegenüber. Sie fliehen auf einen kleinen Baum. Doch der hält ihr Gewicht nicht aus und sie landen krachend wieder auf dem Boden. Zum Glück ist der Löwe genauso überrascht.

Nicht wie geplant lief es auch bei einer Forscherin, die mit Sekundenkleber einen Funksender an einem Krokodil befestigen wollte - sie blieb selbst daran kleben.

2. Trampender Roboter

"hitchBOT" heißt ein Roboter aus Eimer, Schwimmnudeln, Kinder-Gummistiefeln und einem Tablet-Computer als Hirn, der 2014 quer durch Kanada getrampt ist. Die kanadischen Erfinder wollten wissen: Akzeptieren Menschen die Maschine und bauen sie eine Beziehung auf? Ja und nein, lautet die Antwort.

In Kanada ging alles gut, auch ein Besuch des Roboters in Deutschland im Februar 2015 lief reibungslos ab: Autofahrer brachten "hitchBOT" zum Schloss Neuschwanstein, zum Kölner Rosenmontagsumzug und nach Berlin. Der Zugang zum Reichstag wurde ihm allerdings verwehrt: Es habe weder eine Akkreditierung noch eine Anmeldung vorgelegen, teilte die Bundestagsverwaltung mit.

In den USA hielt sich die Akzeptanz für den trampenden Roboter dann in Grenzen: Am 1. August wurde er in Philadelphia von Unbekannten zerstört.

3. Auch Ameisen benutzen Toiletten

Wenn Ameisen aufs Klo müssen, verrichten sie ihr Geschäft an bestimmten Orten in ihren Nestern. Das haben Forscher der Universität Regensburg herausgefunden. In einem Experiment nutzten die Tierchen gezielt ein oder zwei Ecken des Nests als Sanitäranlagen. Warum die Ameisen das tun und nicht etwa nach draußen gehen, gibt den Forschern noch Rätsel auf.

4. Anatomie: Was Sie schon immer wissen wollten ...

Exakt 13,12 Zentimeter misst der durchschnittliche Penis in erigiertem Zustand. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Londoner King's College, die 17 Studien mit insgesamt 15.521 vermessenen Geschlechtsteilen zusammengetragen und ausgewertet haben. Die Wissenschaftler wollen damit Ärzten Argumente für die Praxis liefern: Die müssen nämlich ihre besorgten Patienten immer wieder davon überzeugen, dass deren bestes Stück normal ist.

5. Der Sultan mit den Tausend Kindern

Schon zum 25. Mal wurden an der Eliteuni Harvard die Ig-Nobelpreise für kuriose Forschungen verliehen. Die Auszeichnung im Fach Physik ging an Forscher aus den USA und Taiwan für die Entdeckung eines universellen Gesetzes: Alle Säugetiere, von der Spitzmaus bis zum Elefanten, entleeren ihre Blase innerhalb von 21 Sekunden (plus minus 13 Sekunden).

Den Preis für Wirtschaft bekam die Polizei von Bangkok, weil sie Polizisten zusätzliches Geld angeboten hat, wenn sie Bestechungsgelder ablehnen. In der Kategorie Medizin siegten zwei Forscher der Uni Wien. Ihr Beitrag beschäftigte sich mit der Frage: Wie viele Kinder könnte ein Sultan mit großem Harem im Prinzip zeugen? Erstaunliche viele, zeigt ein mathematisches Modell. Es sind mehr als Tausend.

6. Bizarre Tiere

Jeden Tag werden auf der Erde neue Arten entdeckt - auch solche, bei denen Wissenschaftler ihren Augen nicht trauen. Auf ihrer Top-Ten-Liste der bizarrsten Arten 2015 nennt die State University of New York (Syracuse) etwa eine Spinne aus Marokko, die mit akrobatischen Sprüngen fliehen kann. Sie heißt Cebrennus rechenbergi und schafft mit einer Art Radschlagen oder Flickflack fast zwei Meter pro Sekunde.

Auch das "Huhn aus der Hölle" ist unter den Top Ten: das Fossil eines Dinos (Anzu wyliei), der Eier bebrütete, einen Schnabel und Federn hatte - das "Huhn" wurde allerdings bis zu 300 Kilogramm schwer.

7. Klarer denken mit Fisch

Fischgestank mag zwar unangenehm sein, aber für die kleinen grauen Zellen ist er offenbar gut. Er fokussiert nämlich den Verstand, wie amerikanische Psychologen im Juli herausgefunden haben. Eine nicht ganz unwichtige Frage ließen sie in ihrer Studie allerdings offen: Wie kann man diese Erkentnnis in der Praxis gewinnbringend anwenden?

science.ORF.at/dpa

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