Standort: science.ORF.at / Meldung: "Van Goghs "Schlafzimmer" war ursprünglich lila"

Ausschnitt aus dem "Schlafzimmer von Arles" von Vincent van Gogh

Van Goghs "Schlafzimmer" war ursprünglich lila

Eine schlichte Kammer mit Bett, Sesseln und Nachttisch: Das "Schlafzimmer in Arles" von Vincent van Gogh gehört zu den bekanntesten Bildern der Welt. Heute dominiert Hellblau die drei 1888 und 1889 entstandenen Versionen des Gemäldes. Doch das war nicht immer so, wie neue Forschungen zeigen.

Kunstgeschichte 15.02.2016

In seinen zahlreichen Briefen habe van Gogh die Bilder immer als lila beschrieben, sagte die Kunstwissenschaftlerin Francesca Casadio bei der US-Wissenschaftskonferenz AAAS in Washington am Sonntag (Ortszeit).

"Gemeinsam mit meinem Team haben wir daraufhin die Version des Gemäldes im Art Institute in Chicago über Jahre mit zahlreichen Methoden untersucht", sagte Casadio weiter. "Dabei hat eine Kollegin von mir eine kleine Probe der oberen Farbschichten des Bildes entnommen, hat sie umgedreht - und sah plötzlich lila. Sie kam schreiend vor Aufregung aus dem Labor gerannt."

YouTube-Video: Casadio erklärt ihre Forschungsarbeit

Wahrscheinlich sei die Farbe auf der Oberfläche aufgrund von Lichteinwirkung über die Jahre verblasst und blauer geworden. Bei Untersuchungen der beiden anderen Versionen des Ölgemäldes in Museen in Amsterdam und Paris habe es ähnliche Ergebnisse gegeben.

Das Bild, das der Maler im südfranzösischen Arles schuf, zeigt, wie van Gogh lebte. In dem rustikalen, schlichten Zimmer sind unter anderem ein Bett, zwei Stühle und ein Nachttisch zu sehen. Es gehört zu den bekanntesten Bildern der Welt.

Schon vor einigen Jahren hatten Forscher herausgefunden, dass chemische Reaktionen ausgelöst vom UV-Licht der Sonne die strahlenden Farben des Malers, die Kunstgeschichte geschrieben haben, stark beeinflussen können.

science.ORF.at/dpa

Mehr zu dem Thema: