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Banksy-Graffiti in Betlehem: Vermummter Mann wirft einen Blumenstrauß

Identität von Banksy geklärt?

Er gilt als das Phantom der Kunstszene: Wer der weltbekannte Street-Art-Künstler Banksy wirklich ist, war bis vor Kurzem unbekannt. Nun wollen britische Wissenschaftler seine Identität geklärt haben.

Studie 10.03.2016

Dabei bedienten sich die Forscher von der Queen Mary University des sogenannten geographic profiling - eine statistische Methode, die normalerweise von Kriminologen bei der Suche nach Serientätern oder Terroristen eingesetzt wird.

Wie sie im "Journal of Spatial Science" schreiben, handelt es sich bei Banksy um einen Mann namens Robin Gunningham, wohnhaft in Bristol. Die Überraschung hält sich allerdings in Grenzen, denn dieser Name war schon 2008 von der "Daily Mail" mit Banksy in Verbindung gebracht worden.

Im Rahmen ihrer Studie glichen die Wissenschaftler Standorte von 140 Banksy-Werken in London und Bristol mit gewissen "neuralgischen Punkten" wie Bars oder Sportplätzen in der Nähe sowie den Adressen von "Banksy-Verdächtigen" ab.

Diesen Orten war gemein, dass sie von Gunningham aufgesucht worden waren. Auch ohne diese Analyse wäre er überrascht, wenn es sich bei Banksy nicht um Gunningham handle, sagte einer der Studienautoren, Steve Le Comber, gegenüber dem Rundfunksender BBC. Doch sei es interessant, dass ihre Analyse die These "zusätzlich unterstützt".

Banksy-Graffiti in Bethlehem: Friedenstaube mit kugelsicherer Weste

AP Photo/Mohammed Ballas

Bankys Graffiti in Betlehem

Die Studie findet nicht überall Zuspruch: Im Technologie-Blog Gizmodo heißt es etwa, die von den Wissenschaftlern verwendete Methode sei äußerst unpräzise und verwende außerdem Graffiti-Werke, die Banksy lediglich zugeschrieben wurden. Es sei keineswegs offensichtlich, dass all diese Arbeiten tatsächlich von Banksy stammen. Nicht auszuschließen sei überdies, dass es sich dabei um das Werk eines Kollektivs handle.

Banksy gilt, soviel steht jedenfalls fest, als einer der größten Meister der Street Art. Seine oftmals politischen Graffiti sind mitunter hunderttausende Euro wert. Zu seinen spektakulärsten jüngsten Projekten zählte im vergangenen Jahr Dismaland, ein verstörender Freizeitpark im südwestenglischen Ferienort Weston-super-Mare.

science.ORF.at/APA

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