Standort: science.ORF.at / Meldung: "Fettleibigkeit weltweit auf Vormarsch"

Ein Mensch steht auf einer Waage, man sieht nur die Füße.

Fettleibigkeit weltweit auf Vormarsch

Immer mehr Menschen weltweit bringen zu viel Gewicht auf die Waage. Laut einer neuen Studie sind heute mehr als 640 Millionen Erwachsene fettleibig, das sind 13 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung. Sollte sich an der gegenwärtigen Lebens- und Ernährungsweise nichts ändern, könnten es 2025 über 1,1 Milliarden Menschen sein.

Statistik 01.04.2016

Vor 40 Jahren habe es doppelt so viele Untergewichtige wie Fettleibige gegeben, heute gebe es dagegen mehr Fettleibige als Untergewichtige, sagt Majid Ezzati vom Londoner Imperial College, der die Studie koordinierte. Für die nach seinen Angaben umfassendste Untersuchung zu dem Problem werteten die Forscher die Daten von etwa 19 Millionen Menschen im Alter ab 18 Jahren aus 186 Ländern aus.

Nach den Berechnungen der Forscher leiden heute 641 Millionen Menschen - 375 Mio. Frauen und 266 Mio. Männer - unter extremem Übergewicht. 1975 waren es 105 Millionen Menschen. Grund für die explosionsartige Steigerung sind neben den veränderten Ernährungsgewohnheiten auch genetische Veranlagungen. In 40 Jahren wird der durchschnittliche BMI der WHO zufolge bei Männern von 21,7 auf 24,2 und bei Frauen von 22,1 auf 24,4 gestiegen sein. Das entspricht einer durchschnittlichen Zunahme von 1,5 Kilogramm alle zehn Jahre.

Ungeahnte Folgen

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt ein Mensch, dessen Body-Mass-Index (BMI) den Wert von 25 übersteigt, als übergewichtig. Liegt dieser Index bei über 30, gilt ein Mensch als fettleibig (adipös). Bei einem BMI von mehr als 35 ist die Rede von schwerer Fettleibigkeit. Der Index wird aus dem Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Größe in Metern im Quadrat berechnet.

Ernährungswissenschaftler führen Übergewicht und Fettleibigkeit in den Industriestaaten vor allem auf zu viel, zu süßes und zu fettes Essen zurück, verbunden mit zu wenig Bewegung. Übergewicht gilt als Risikofaktor unter anderem für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes und bestimmte Arten von Krebs.

Die Studie warnt, in vielen Regionen mit mittlerem Einkommen - wie etwa Pazifik, Nahost, Nordafrika, einige südamerikanische und karibische Staaten - sei Fettleibigkeit mittlerweile ein "ernstes Problem für die Volksgesundheit". Laut Ezzati drohen "ohne rasche internationale Maßnahmen zum Kampf gegen die Fettleibigkeit gesundheitliche Folgen unbekannten Ausmaßes".

science.ORF.at/APA/AFP

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